· · de

Sommer-Grand-Prix: Nakamura und Twardosz sorgen für Höhepunkte

Der Sommer-Grand-Prix in Rasnov hat am Wochenende besondere Geschichten geschrieben. Bei den Herren sicherte sich der Japaner Naoki Nakamura an seinem 30. Geburtstag vorzeitig den Gesamtsieg. Der US-Amerikaner Jason Colby feierte außerdem einen historischen Premierensieg. Bei den Frauen dominierte die Polin Anna Twardosz das Wochenende.

Sommer-Grand-Prix: Nakamura und Twardosz sorgen für Höhepunkte

Nakamura macht sich zum Geburtstag das schönste Geschenk

 
Naoki Nakamura hat sich an seinem 30. Geburtstag selbst das wohl schönste Geschenk gemacht: Der Japaner gewann am Samstag das erste von zwei Sommer-Grand-Prix-Springen in Rasnov und sicherte sich damit zugleich vorzeitig den Gesamtsieg der Sommerserie. Auf der rumänischen Normalschanze setzte sich Nakamura mit Sprüngen auf 93 und 96 Meter und insgesamt 234,1 Punkten deutlich durch. Vor allem im zweiten Durchgang unterstrich der Japaner seine Ausnahmestellung: Mit 96 Metern gelang ihm der weiteste Sprung des Tages.
 
Bereits nach dem ersten Durchgang lag Nakamura souverän an der Spitze. Sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Kristoffer Eriksen Sundal betrug zu diesem Zeitpunkt 7,6 Punkte. Im Finale baute der Japaner seinen Vorsprung weiter aus und gewann schließlich mit 18,9 Punkten Vorsprung. Hinter Nakamura entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Jason Colby aus den USA zeigte mit 89 und 90,5 Metern zwei starke Sprünge und kam auf 215,2 Punkte. Damit verbesserte er sich im Finale noch vom dritten auf den zweiten Rang. Sundal musste sich mit 214,7 Punkten und lediglich 0,5 Punkten Rückstand auf Colby mit Platz drei begnügen.
 
Für Nakamura war es bereits der dritte Grand-Prix-Sieg des Sommers. Zum Auftakt in Wisla hatte er beide Wettbewerbe gewonnen, in Courchevel folgten die Plätze drei und acht. Mit seinem Erfolg in Rasnov machte der Japaner nun auch den Gesamtsieg perfekt. Vor dem Wochenende hatte Nakamura die Gesamtwertung mit 292 Punkten klar angeführt. Daniel Tschofenig lag mit 200 Punkten auf Rang zwei, Gregor Deschwanden folgte mit 181 Punkten vor Philipp Raimund mit 160 Punkten. Durch die weiteren 100 Punkte für seinen Sieg war Nakamura bereits vor den letzten Wettbewerben nicht mehr einzuholen.
 
Hinter dem Podium überzeugten Juri Kesseli aus der Schweiz als Vierter und der Kasache Ilya Mizernykh auf Rang fünf. Kaimar Vagul wurde Sechster, gefolgt von Hektor Kapustik und Adrian Thon Gundersrud. Pawel Wasek arbeitete sich im zweiten Durchgang noch auf Rang neun nach vorne. Dawid Kubacki musste sich dagegen mit Platz 18 zufriedengeben.
 

DSV verzichtet auf Rasnov

 
Die deutschen Skispringer waren in Rasnov nicht am Start. Der Deutsche Skiverband hatte bereits im Vorfeld angekündigt, das komplette Wochenende auszulassen. Der Fokus lag auf der Vorbereitung auf die Wintersaison.

Twardosz schreibt polnische Skisprunggeschichte

 
Bei den Frauen durfte sich Anna Twardosz über einen historischen Erfolg freuen. Die Polin gewann am Samstag das erste Sommer-Grand-Prix-Springen in Rasnov und wurde damit zur ersten Skispringerin ihres Landes, die einen Wettbewerb der Sommerserie für sich entscheiden konnte. Mit Sprüngen auf 96 und 90 Meter sammelte Twardosz 256,1 Punkte und setzte sich deutlich vor der Japanerin Ringo Miyajima (237,0) und der Chinesin Bing Dong (233,2) durch. Juliane Seyfarth wurde als 14. beste Deutsche. Nach Rang sieben im ersten Durchgang fiel sie im Finale nach einem Sprung auf 79,5 Meter zurück. Emely Torazza sammelte als 27. erstmals in diesem Sommer Grand-Prix-Punkte.
 
Für Aufmerksamkeit sorgte außerdem Kira Maria Kapustikova. Die Slowakin belegte Rang sechs und stellte damit das bis dahin beste Ergebnis einer Skispringerin ihres Landes auf. Auch das österreichische Team überzeugte mit Hannah Wiegele auf Platz sieben und Grand-Prix-Debütantin Sara Pokorny auf Rang acht. Besonders emotional war das Wettkampf-Comeback von Luisa Görlich. Die Team-Weltmeisterin von Planica 2023 kehrte nach mehr als eineinhalb Jahren nach ihrem Kreuzbandriss zurück und belegte mit 83,5 Metern Rang 32.
 
Überschattet wurde der Wettbewerb vom schweren Sturz der Chinesin Qi Liu. Sie landete bei ihrem Sprung auf 98,5 Metern aus großer Höhe und kam anschließend zu Fall. Liu konnte den Wettkampf nicht fortsetzen und wurde aus dem Auslauf abtransportiert.

Colby feiert historischen US-Sieg

 
Am Sonntag schrieb Jason Colby in Rasnov Skisprunggeschichte. Der US-Amerikaner gewann den zweiten Wettbewerb des Wochenendes und feierte damit den ersten Sommer-Grand-Prix-Sieg eines US-Skispringers überhaupt.
Colby zeigte zwei starke Sprünge. Mit 91 und 93,5 Metern kam er auf 244,9 Punkte und setzte sich damit gegen Pawel Wasek aus Polen durch. Wasek erreichte mit 92 und 87,5 Metern 234,1 Punkte. Dritter wurde der Kasache Danily Vasilyev mit 233,5 Punkten. Bereits am Samstag hatte Colby mit Rang zwei erstmals in seiner Karriere einen Podestplatz im Sommer-Grand-Prix erreicht. Nur einen Tag später folgte nun der bislang größte Erfolg seiner Laufbahn.
 
Dabei musste der US-Amerikaner im Finale noch einmal unter Druck reagieren. Nach dem ersten Durchgang lag Wasek vor ihm auf Rang zwei. Mit seinem starken zweiten Sprung entschied Colby das direkte Duell jedoch deutlich für sich und setzte sich am Ende mit mehr als zehn Punkten Vorsprung durch.
 
Der frisch gekürte Gesamtsieger Naoki Nakamura konnte am Sonntag nicht an seine Leistung vom Vortag anknüpfen. Nach seinem Sieg an seinem 30. Geburtstag kam der Japaner diesmal auf 89 und 88,5 Meter und belegte Rang sieben. Vor ihm landeten unter anderem sein Landsmann Yuto Nakamura auf Platz vier, Kristoffer Eriksen Sundal auf Rang fünf und Dawid Kubacki auf Position sechs.

Twardosz macht das Wochenende perfekt

 
Bei den Frauen gehörte der Sonntag Anna Twardosz. Die Polin gewann weniger als 18 Stunden nach ihrem ersten Erfolg erneut und avancierte damit zur ersten Springerin des Sommers 2026 mit zwei Grand-Prix-Siegen. Mit 94 und 83 Metern kam Twardosz auf 221 Punkte. Hinter ihr belegte die Chinesin Ping Zeng mit 211 Punkten erstmals einen Grand-Prix-Podestplatz. Dritte wurde die Slowenin Ema Klinec mit 208,8 Punkten.
 
Hannah Wiegele verpasste als Vierte nur knapp das Podium, feierte mit diesem Ergebnis aber das beste Resultat ihrer Karriere. Sara Pokorny bestätigte mit Rang zehn ihre starke Leistung vom Vortag. Ringo Miyajima wurde als beste Japanerin Fünfte, Kira Maria Kapustikova belegte erneut Platz sechs. Auch Juliane Seyfarth zeigte sich am Sonntag verbessert. Die Deutsche sprang in die Top Ten und belegte Rang neun. Luisa Görlich sammelte als 21. ebenfalls Punkte, Emely Torazza wurde 28.
 
Überschattet wurde der Wettbewerb erneut von einem Sturz. Die Japanerin Haruka Iwasa kam bei der Landung ihres Sprungs auf 76,5 Meter zu Fall, konnte den Auslauf aber selbstständig verlassen. Die am Vortag gestürzte Chinesin Qi Liu trat am Sonntag nicht mehr an.
 
Damit ging in Rasnov ein ereignisreiches Wochenende zu Ende: Während Nakamura bei den Herren bereits vorzeitig als Gesamtsieger feststand und Colby für einen historischen US-Erfolg sorgte, dominierte Twardosz bei den Frauen beide Wettbewerbe.
header_frauen.png
© Foto: skijumping.pl // Tadeusz Mieczyński