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Raimund triumphiert auf der Normalschanze in Predazzo

Beim Skispringen von der Normalschanze bei den Olympischen Spielen in Predazzo hat sich Philipp Raimund mit zwei konstant starken Sprüngen die Goldmedaille gesichert. Hinter dem Deutschen holte sich Polens Kacper Tomasiak Silber. Ren Nikaido und Gregor Deschwanden sprangen punktgleich zu Bronze. Der Wettbewerb war von einem engen Zwischenstand und einem spannenden Finale geprägt.

Raimund triumphiert auf der Normalschanze in Predazzo
Das olympische Springen auf der Normalschanze entwickelte sich zu einem Wettbewerb mit mehreren Führungswechseln und engen Abständen. Vor mehreren tausend Zuschauern in Predazzo bot das Springen insgesamt ein hohes Niveau. Einige Mitfavoriten konnten ihre Trainingsleistungen nicht vollständig in den Wettkampf übertragen, während andere Athleten ihre Chance nutzten und sich nach vorne arbeiteten. Der Wettbewerb zeigte einmal mehr, wie entscheidend Stabilität in beiden Durchgängen für den Erfolg bei einem olympischen Einzelspringen ist.
Bereits im ersten Durchgang bestätigte Raimund seine Leistungen aus dem Training. Der Deutsche sprang auf 102 Meter und sicherte sich damit die zwischenzeitliche Führung vor dem Franzosen Valentin Foubert. Dieser sprang im ersten Durchgang mit ebenfalls 102 Metern etwas überraschend auf den zwischenzeitlichen Podestplatz. Dahinter folgte ein dicht gestaffeltes Feld. Lediglich 5,6 Punkte trennten die Spitze von Rang elf, sodass es – wie so üblich bei Springen auf kleinen Schanzen – mit knappen Abständen in den finalen Durchgang ging.
Der aktuell Gesamtweltcupführende Domen Prevc zeigte bereits in den Trainingseinheiten und im Probedurchgang, dass er mit der kleinen Schanze noch nicht so ganz zurechtkommt. Auch im Wettkampf gelang es dem Slowenen nicht, entscheidend nachzulegen, sodass er bereits nach dem ersten Durchgang im Kampf um die Medaillen nur noch sehr geringe Chancen hatte.
Im zweiten Durchgang entwickelte sich schließlich ein offener Kampf um die Podestplätze. Gregor Deschwanden setzte mit einem Sprung auf 107 Meter ein Ausrufezeichen und übernahm zunächst die Führung. Kurz darauf zog Ren Nikaido mit 106,5 Metern gleich. Beide lagen damit zwischenzeitlich punktgleich in Führung. Der polnische Youngster Kacper Tomasiak übertraf jedoch beide mit einem technisch sehr sauberen Sprung auf 107 Meter und sehr hohen Haltungsnoten bis 19,5 und übernahm die Spitzenposition. Die Medaille war für ihn nun zum Greifen nah. Nur noch drei Springer sollten folgen.
Darunter auch der Norweger Kristoffer Eriksen Sundal, der nach starken Trainingsleistungen als Kandidat für die vorderen Plätze galt. Im Finale konnte er dem Druck jedoch nicht standhalten und fiel nach seinem zweiten Versuch von den Podestplätzen auf Rang zehn zurück.
Auch Valentin Foubert gelang es nicht, seine starke Ausgangsposition aus dem ersten Durchgang zu bestätigen. Er verlor im Finale an Boden und beendete den Wettbewerb schließlich auf Rang fünf.
Als letzter Springer ging schließlich Raimund von der Schanze. Mit 106,5 Metern bestätigte er seine starke Leistung aus dem ersten Durchgang und zeigte erneut, dass ihm die Anlage in Predazzo liegt. Hohe Haltungsnoten zwischen 19,0 und 19,5 sicherten ihm den entscheidenden Vorsprung und damit den Olympiasieg auf der Normalschanze. Hinter ihm gewann Tomasiak Silber, während Nikaido und Deschwanden sich Bronze teilten.
Bei den Podestplatzierten waren nach der Entscheidung Erleichterung, Freude und sichtbare Emotionen zu erkennen. Die Reaktionen zeigten die große Bedeutung des Moments und prägten die Szenen nach dem Wettkampf.