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Prevc gewinnt in Lahti vorzeitig Weltcup-Gesamtwertung

Philipp Raimund holt am Freitag seinen ersten Weltcupsieg – begünstigt durch die Disqualifikation von Domen Prevc. Vladimir Zografski springt erstmals in seiner Karriere auf ein Weltcup-Podium und sorgt damit für ein historisches Ergebnis für Bulgarien. Den zweiten Einzelwettkampf am Samstag gewinnt Österreichs Daniel Tschofenig. Im SuperTeam-Wettbewerb am Sonntag sorgt Finnland für eine Sensation: Antti Aalto und Niko Kytösaho springen vor heimischem Publikum auf Rang drei.

Prevc gewinnt in Lahti vorzeitig Weltcup-Gesamtwertung
Vom Kulm in Österreich reisten die Skispringer weiter ins finnische Lahti, wo das nächste Weltcup-Wochenende auf der traditionsreichen Salpausselkä-Schanze stattfand. Der Zeitplan war dabei besonders dicht und begann bereits am Freitag mit einem ungewöhnlichen Einzelwettkampf. Das Springen diente als Nachholwettkampf für das im November in Ruka ausgefallene Event und bestand lediglich aus einem einzigen Wertungsdurchgang. Auch auf eine Qualifikation wurde verzichtet. Nach einem Trainingssprung am Morgen ging es daher am Nachmittag direkt in den Wettkampf.
Der Wettbewerb verlief für Lahti-Verhältnisse relativ ruhig. Die finnische Schanze ist normalerweise für wechselhafte Windbedingungen bekannt, doch am gesamten Wochenende präsentierten sich die Verhältnisse vergleichsweise stabil. Spannung bot der Wettkampf dennoch.
Philipp Raimund sprang mit 122,5 Metern und 129,3 Punkten zu seinem ersten Weltcupsieg. Für den 25-Jährigen kam dieser Erfolg durchaus überraschend, denn zunächst hatte Domen Prevc den Wettbewerb klar angeführt. Der Slowene wurde jedoch nachträglich bei der Materialkontrolle disqualifiziert, da seine Ski im Verhältnis zu seinem Gewicht zu lang waren. Dadurch rückte Raimund an die Spitze der Ergebnisliste.
Auf Rang zwei landete Österreichs Daniel Tschofenig, während Vladimir Zografski als Dritter erstmals in seiner Karriere auf dem Podium eines Weltcupspringens stand und damit zugleich für das erste Podestergebnis Bulgariens im Skisprung-Weltcup sorgte. Für Prevc hatte die Disqualifikation trotz allem keine größeren Auswirkungen auf die Gesamtwertung – der Slowene sicherte sich bereits an diesem Wochenende vorzeitig den Gewinn des Gesamtweltcups.
Am Samstag stand wieder der klassische Ablauf eines Weltcupspringens auf dem Programm. Vor gut gefüllten Rängen und einer stimmungsvollen Kulisse begann der Wettkampftag mit der Qualifikation, die der Japaner Ryoyu Kobayashi mit einem Sprung auf 126 Meter für sich entschied.
Im anschließenden Wettbewerb entwickelte sich ein spannender Kampf um den Tagessieg. Am Ende setzte sich Daniel Tschofenig mit Sprüngen auf 130,5 und 129,5 Meter durch. Der Österreicher lag nach dem ersten Durchgang noch hinter Kobayashi und Prevc, konnte sich im Finale jedoch steigern und sicherte sich mit seinem zweiten Versuch den Sieg. Gleichzeitig markierte dieser Erfolg den 300. Weltcupsieg eines österreichischen Skispringers.
Domen Prevc bestätigte trotz der Disqualifikation am Vortag seine starke Form und belegte mit zwei Sprüngen auf jeweils 130 Meter den zweiten Platz. Rang drei ging an Ryoyu Kobayashi, der mit konstanten Sprüngen ebenfalls im Spitzenfeld blieb.
Knapp am Podest vorbei sprang Philipp Raimund. Der Sieger vom Freitag zeigte erneut zwei starke Sprünge auf 128 und 129 Meter und belegte am Ende den vierten Rang. Dahinter folgten unter anderem Norwegens Marius Lindvik auf Platz fünf. In starker Form präsentierte sich an diesem Wochenende auch das finnische Team um Antti Aalto und Niko Kytösaho. Während am Freitag noch Aalto mit seinem fünften Platz in die Top Ten gesprungen war, überzeugte am Samstag auch der Finne Niko Kytösaho vor heimischem Publikum auf Rang acht mit einem Platz unter den besten Zehn.
Zum Abschluss des Wochenendes folgte am Sonntag noch ein SuperTeam-Wettbewerb, bei dem insgesamt 15 Nationen mit jeweils zwei Athleten an den Start gingen. Gesprungen wurden drei Durchgänge, in denen sich Österreich früh als stärkstes Team präsentierte.
Daniel Tschofenig und Jan Hörl bestätigten ihre Favoritenrolle und setzten sich mit konstant starken Sprüngen klar durch. Mit insgesamt 858,6 Punkten gewann das österreichische Duo deutlich vor dem slowenischen Team mit Domen Prevc und Anže Lanišek.
Für besondere Stimmung sorgte das finnische Team: Antti Aalto und Niko Kytösaho nutzten die Unterstützung des Heimpublikums und sicherten sich mit Rang drei überraschend einen Podestplatz. Für Finnland war es der erste Podestplatz im Weltcup seit zwölf Jahren.
Knapp dahinter belegte das deutsche Duo mit Philipp Raimund und Felix Hoffmann den vierten Platz und verpasste das Podium nur um etwas mehr als einen Punkt. Der Wettbewerb verlief ansonsten ohne größere Unterbrechungen, allerdings schied das japanische Team um Ren Nikaido und Ryoyu Kobayashi früh aus, nachdem Nikaido an diesem Tag das gleiche Missgeschick, das zuvor Domen Prevc passiert war.