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Prevc fliegt zu Gold auf Großschanze in Predazzo

Beim olympischen Wettbewerb von der Großschanze entwickelte sich in Predazzo ein intensiver Zweikampf um Gold. Domen Prevc setzte sich mit einem starken Finalsprung vor Ren Nikaido und Kacper Tomasiak durch. Dahinter blieb das Feld eng beisammen, während wechselnde Bedingungen und mehrere Überraschungen den Verlauf prägten.

Prevc fliegt zu Gold auf Großschanze in Predazzo
Der Wettkampf auf der Großschanze begann unter schwierigen Bedingungen: Dauerregen und nasser Schnee machten die Anlaufspur tückisch und erforderten mehrfach Anpassungen des Gates. Früh im ersten Durchgang setzte der junge Kasache Ilya Mizernykh mit 140,5 Metern ein Ausrufezeichen und übernahm zunächst deutlich die Führung, ehe die Jury den Anlauf verkürzte. Auch Athleten wie Tate Frantz (USA) und Vilho Palosaari (Finnland) nutzten die günstigen Bedingungen im ersten Drittel des Feldes und sorgten mit Sprüngen jenseits der 130-Meter-Marke für Spannung.
Im Kampf um die Medaillen kristallisierten sich schon vor der Pause Ren Nikaido, Domen Prevc und Kristoffer Eriksen Sundal als stärkste Kräfte heraus. Nikaido setzte mit einem kraftvollen Satz auf 140,0 Meter den ersten klaren Goldanspruch und ging mit 154,0 Punkten in Führung. Prevc hielt mit 138,5 Metern Anschluss und ging als Zweiter in das Finale, während Sundal mit 136,0 Metern auf Rang drei lauerte, dicht gefolgt von Tomasiak, der mit 133,0 Metern ebenfalls in Schlagdistanz blieb. Auch Österreichs Jan Hörl gelang im ersten Durchgang ein solider Sprung. Mit 147,7 Punkten positionierte er sich nur 0,1 Zähler hinter dem Polen auf Rang fünf in Lauerstellung für eine Medaille.
Insgesamt war der Wettbewerb von hoher Leistungsdichte und zahlreichen Positionswechseln geprägt. Während einige Mitfavoriten (wie Anze Lanisek oder Stefan Kraft) früh zurückfielen oder das Finale verpassten, nutzten andere die wechselnden Bedingungen für starke Einzelsprünge. Am Ende entschied die Kombination aus Konstanz und einem herausragenden Finalversuch über die Medaillen.
Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein zunehmend spannender Wettkampf mit häufig wechselnder Rangfolge. Weite Sprünge von Ryoyu Kobayashi, Mizernykh und Stefan Embacher hielten das Klassement lange offen. Tomasiak eröffnete den Kampf um die Podestplätze mit einem überzeugenden Flug auf 138,5 Meter und übernahm damit vorläufig die Führung. Kurz darauf unterstrich Hörl, dass er auf dieser Schanze wieder zur alten Form gefunden hatte. Seine 136 Meter reichten jedoch nicht, um Tomasiak von der Spitze zu verdrängen. Auch Sundal kam mit 135,5 Metern nicht ganz heran. Beide reihten sich hinter dem Polen ein, der sich damit früh über seine zweite olympische Medaille freuen durfte. Sundal belegte am Ende Rang vier, Hörl Rang fünf.
Die Entscheidung um Gold fiel in den letzten beiden Sprüngen. Prevc griff im Finale voll an und segelte mit 141,5 Metern auf die Tageshöchstweite. Mit einer Gesamtpunktzahl von 301,8 Punkten setzte er sich damit deutlich an die Spitze. Nikaido musste im letzten Versuch kontern, um seine Führung zu verteidigen, geriet jedoch nach dem Schanzentisch leicht aus der Balance und kam auf 136,5 Meter. Mit 295,0 Punkten sicherte er sich die Silbermedaille und Bronze ging an Tomasiak mit 291,2 Punkten.
Für das deutsche Team blieb der erhoffte Medaillencoup aus. Philipp Raimund konnte seine Ausgangslage im zweiten Durchgang nur leicht verbessern. Mit 136,0 Metern steigerte er sich zwar gegenüber dem ersten Sprung, blieb jedoch knapp hinter Kobayashi, der mit 138,5 Metern eine späte Aufholjagd startete. In der Endabrechnung belegte Raimund mit 277,4 Punkten Rang neun, einen Platz vor Vladimir Zografski. Andreas Wellinger beendete den Wettkampf nach 127,0 und 127,5 Metern auf Platz 15. Pius Paschke arbeitete sich mit 127,0 Metern im Finale noch auf Rang 24 vor, während Felix Hoffmann nach 126,0 und 126,5 Metern 25. wurde.