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Österreich triumphiert bei Super-Team-Premiere in Predazzo
Bei der Premiere des Super-Team-Wettbewerbs in Predazzo sicherte sich Österreich mit Jan Hörl und Stephan Embacher souverän Gold. Der Wettbewerb wurde wegen starken Schneefalls nach zwei von drei geplanten Durchgängen abgebrochen. Polen holte Silber, Norwegen Bronze. Das deutsche Duo verpasste die Medaille nur knapp, während die favorisierten Japaner enttäuschten. Insgesamt nahmen 17 Nationen teil, für einige endete der Wettkampf bereits nach dem ersten Durchgang.

Die Premiere des Super-Team-Wettbewerbs bei den Olympischen Winterspielen in Predazzo stand ganz im Zeichen schwieriger Witterungsbedingungen. Dichter Schneefall machte eine reguläre Durchführung unmöglich, sodass der Wettbewerb zu Ende des dritten Durchgangs abgebrochen wurde. Ungeachtet dessen sicherte sich Österreich nach zwei Durchgängen den souveränen Sieg. Das deutsche Duo Andreas Wellinger und Philipp Raimund verpasste eine Medaille hauchdünn um 0,3 Punkte.
Jan Hörl und Stephan Embacher sicherten sich mit 568,7 Punkten souverän den Olympiasieg. Damit setzten sich die zwei Athleten klar vor Polen mit Pawel Wasek und Kacper Tomasiak (547,3 Punkte) durch. Bronze ging an Norwegen mit Johann Andre Forfang und Kristoffer Eriksen Sundal (538 Punkte).
Für die österreichische Mannschaft unter Cheftrainer Andreas Widhölzl bedeutete der Triumph einen versöhnlichen Schlusspunkt bei den Olympischen Spielen. In den vorherigen Entscheidungen war die Nation überraschend ohne Medaillen geblieben. Hörl eröffnete den Wettbewerb, der das klassische Vierer-Teamspringen im olympischen Programm ersetzt, mit einem starken Sprung auf 137,5 Meter und legte damit den Grundstein für die Führung. Im zweiten Durchgang baute Embacher mit 139 Metern den Vorsprung weiter aus. Österreich ging mit deutlichem Abstand auf Polen und Norwegen in die entscheidende Phase. Besonders spannend entwickelte sich der Kampf um Silber und Bronze, ehe dichter Schneefall einsetzte und nach längerer Unterbrechung zum Abbruch des Wettbewerbs führte.
Bis dahin lag auch das deutsche Duo mit Andreas Wellinger und Philipp Raimund aussichtsreich im Rennen um eine Medaille. Nach zwei Durchgängen belegte das Team dank Sprüngen von 137 und 137,5 Metern Rang vier, nur drei Zehntel hinter Norwegen. Kurz vor dem Abbruch hatte Raimund mit einem weiteren starken Versuch über 136 Meter zwischenzeitlich sogar Polen überholt, ehe die Jury den Wettkampf drei Springer vor Schluss beendete. Entsprechend groß war die Enttäuschung im deutschen Lager, da man sich angesichts der gezeigten Leistungen realistische Chancen auf Edelmetall ausgerechnet hatte.
Für die favorisierte japanische Mannschaft verlief der Wettbewerb besonders enttäuschend. Das Duo um Ren Nikaido und Ryoyu Kobayashi fand nicht richtig in den Wettkampf. Vor allem Kobayashi blieb mit 129 Metern in seinem ersten Sprung deutlich hinter den Erwartungen zurück. Am Ende reichte es für Japan nur zu Rang sechs hinter Slowenien mit Anze Lanisek und Domen Prevc. Dahinter platzierten sich die Teams aus der Schweiz und den USA.
Insgesamt waren 17 Nationen am Start. Italien belegte als Gastgeber Rang zehn, Finnland wurde Neunter, Kasachstan Elfter und Frankreich Zwölfter. Für Estland, die Ukraine, die Türkei, China und Rumänien endete der Wettbewerb bereits nach dem ersten Durchgang.
Mit dem Super-Team-Wettbewerb sind die olympischen Wettbewerbe der Skispringer abgeschlossen. Weiter geht es nach einem freien Wochenende Ende Februar mit dem Skifliegen am Kulm, wo die nächsten Weltcup-Entscheidungen anstehen.
