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Dramatisches Saison-Finale in Planica

Das Skiflug-Wochenende in Planica entwickelte sich zu einem intensiven Saisonabschluss, geprägt von wechselhaften Bedingungen, großen Weiten und Überraschungsmomenten bis zum letzten Sprung.

Dramatisches Saison-Finale in Planica

Schwieriger Auftakt mit slowenischer Dominanz

Bereits der Auftakt am Donnerstag stellte die Athleten vor enorme Herausforderungen. Starker Schneefall und wechselhafte Winde sorgten dafür, dass sich Training und Qualifikation über Stunden hinzogen. Trotz der widrigen Bedingungen setzte sich Lokalmatador Anže Lanišek mit einem Flug auf 211 Meter und 242,5 Punkten an die Spitze der Qualifikation des letzten Weltcup-Wochenendes. Dahinter folgte Domen Prevc, der mit 234,5 Metern (240,4 Punkte) ebenfalls seine Klasse unter Beweis stellte. Für ein Ausrufezeichen sorgte auch der Österreicher Stephan Embacher, der mit 230 Metern (239,7 Punkte) Rang drei belegte und bereits im Training mit starken 218,5 Metern überzeugt hatte.

Freitag: Prevc gewinnt, Embacher stürzt

Am Freitag folgte der erste Einzelwettkampf, in dem Domen Prevc erneut eindrucksvoll zeigte, warum er in dieser Saison der „Domenator“ war. Mit Flügen auf 232,5 und 230,5 Meter setzte er sich gegen Ren Nikaido durch und sicherte sich souverän den Sieg. Zugleich übernahm er die Führung im Skiflug-Weltcup. Überschattet wurde der Wettbewerb jedoch von einem Schreckmoment: Stephan Embacher kam im Finaldurchgang nach einem starken Flug auf 240 Meter bei der Landung zu Sturz. Glücklicherweise blieb der 20-Jährige unverletzt und konnte selbstständig aufstehen. Kurz nach dem Sturz gab er Entwarnung. Aus deutscher Sicht überzeugte vor allem Andreas Wellinger, der als Achter bester DSV-Springer wurde. Karl Geiger verbesserte sich im Finale noch auf Rang zwölf. Philipp Raimund, kam nicht über den 28. Platz hinaus. Pius Paschke belegte Rang 24.

Österreich triumphiert im Team

Im Teamwettbewerb am Samstag präsentierte sich Österreich in Bestform. Das Quartett um Daniel Tschofenig, Stefan Kraft, Markus Müller und Stephan Embacher sicherte sich souverän den Sieg und setzte sich gegen Team Japan durch. Bereits im ersten Durchgang legten die Österreicher vor 35.000 Zuschauern den Grundstein für ihren Erfolg. Vor allem Stefan Kraft und der am Vortag noch schwer gestürzte Stephan Embacher brachten ihr Team zur Halbzeit in Führung. Team Norwegen komplettierte das Podest. Deutschland hingegen verpasste die Podestplätze deutlich und musste sich mit Rang vier zufriedengeben.

Lindvik setzt den Schlusspunkt

Zum Abschluss des Wochenendes am Sonntag sorgte Marius Lindvik für eine Überraschung. Der Norweger gewann mit Flügen auf 238,5 und 231 Meter das letzte Skifliegen der Saison und feierte damit seinen ersten Saisonsieg. Hinter ihm landeten Domen Prevc und der norwegische Teamkollege Johann André Forfang. Lindvik, der nach einer schwierigen Phase und zwischenzeitlicher Sperre zurückgekehrt war, setzte damit ein starkes Zeichen zum Saisonende. Für das deutsche Team verlief das Finale insgesamt enttäuschend: Karl Geiger wurde Achter und damit bester DSV-Athlet, während Andreas Wellinger die Top Ten knapp verpasste. Besonders emotional: Es war zugleich der letzte Wettkampf unter Bundestrainer Stefan Horngacher, dessen Nachfolger offiziell noch nicht feststeht.

Prevc krönt sich doppelt

Domen Prevc krönte sich zum Abschluss der Saison gleich doppelt: Er gewann sowohl den Gesamtweltcup im Skispringen als auch die Gesamtwertung im Skifliegen. Im Gesamtweltcup komplettierten Ryoyu Kobayashi und Daniel Tschofenig das Podest. In der Skiflug-Wertung folgen hinter Prevc der Österreicher Stephan Embacher sowie der Norweger Johann André Forfang.
So endet ein intensives Skiflug-Wochenende in Planica, geprägt von extremen Bedingungen, großen Weiten und der Erkenntnis, dass selbst zum Saisonfinale noch Überraschungen möglich sind.