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Deschwanden und Naito springen zum ersten Weltcupsieg

Ein turbulentes Wochenende am Holmenkollen in Oslo brachte gleich zwei Premierensieger hervor: Gregor Deschwanden gewann am Samstag erstmals im Weltcup, ehe Tomofumi Naito am Sonntag bei schwierigen Bedingungen nach nur einem Durchgang triumphierte.

Deschwanden und Naito springen zum ersten Weltcupsieg
Bei windigen Bedingungen boten die beiden Einzelwettbewerbe auf dem berühmten Holmenkollen in Oslo, Norwegen, an diesem Wochenende abwechslungsreiche und zugleich herausfordernde Wettkämpfe.
Der erste Einzelwettbewerb am Samstag war geprägt von wechselhaften Windverhältnissen und dichter Bewölkung. Im Kampf um den Sieg entwickelte sich ein Duell zwischen Deschwanden und Ortner. Nach dem ersten Durchgang lag der Österreicher noch knapp in Führung, doch im Finale gelang Deschwanden mit der besten Weite des Durchgangs ein eindrucksvoller Sprung, der ihm den ersten Platz sicherte. Mit Weiten von 132,5 und 130,5 Metern sprang 35-jährige Schweizer zu 263,1 Punkten und sicherte sich somit seinen ersten Weltcupsieg. Damit ist Deschwanden der älteste Premierensieger in der Geschichte des Skispringens.
Knapp dahinter folgte der Österreicher Maximilian Ortner mit Sprüngen auf 132,0 und 126,5 Meter und einem Rückstand von nur 1,4 Punkten auf den Sieger. Das Podest komplettierte der Japaner Naoki Nakamura, der mit 128,5 und 129,0 Metern 251,7 Punkte erzielte und damit ebenfalls ein starkes Ergebnis am Holmenkollen ablieferte.
Der erste Wettkampftag war geprägt von wechselnden Sicht und Windverhältnissen, die viele Athleten vor große Herausforderungen stellten. Zahlreiche TopSpringer mussten bereits im ersten Durchgang um den Finaleinzug zittern, einige verpassten diesen sogar deutlich. So verpassten sowohl der GesamtweltcupSieger Domen Prevc als auch der deutsche Olympiasieger Philipp Raimund den Einzug in die Finalrunde. Prevc erreichte nur 117,5 Meter und belegte Platz 42, Raimund kam auf 119,0 Meter und wurde 36. Bester Deutscher war Andreas Wellinger auf Platz 17, gefolgt von Karl Geiger (Platz 19) und Pius Paschke (Platz 29).
 
Am Sonntag startete der Tag für die Herren früh mit der Qualifikation für das zweite Einzelspringen, die Domen Prevc für sich entscheiden konnte. Im anschließenden Wettkampf nahmen die Windböen im Verlauf des Durchgangs deutlich zu und sorgten für teils unruhige Flüge sowie längere Unterbrechungen. Mehrere Athleten hatten Mühe, ihre Sprünge sicher zu stehen, unter ihnen auch Felix Hoffmann, der bereits nach 95 Metern landete und einen Sturz nur knapp verhindern konnte.
In dieser Phase entschied sich Philipp Raimund, auf seinen Start zu verzichten und den Wettkampf vorzeitig zu beenden. Die Jury brachte den ersten Durchgang trotz der schwierigen Bedingungen zu Ende, setzte zunächst einen zweiten Durchgang an und sagte diesen kurze Zeit später wegen des anhaltend starken und böigen Windes wieder ab. Damit wurde das Resultat nach einem Durchgang gewertet.
Unter diesen Umständen sicherte sich der Japaner Tomofumi Naito mit einer Weite von 131,5 Metern seinen ersten Weltcupsieg. Der Japaner lag damit 0,1 Punkte vor Anze Lanisek aus Slowenien, der 127,0 Meter sprang und sich über Rang zwei freuen durfte. Dritter wurde der Finne Antti Aalto, der mit 131,0 Metern 127,6 Punkte erreichte und zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Weltcup-Podest stand.
Hinter den Top
Drei präsentierten sich unter anderem Naoki Nakamura und Niko Kytösaho mit den Plätzen vier und fünf stark, bester Österreicher wurde Stephan Embacher als Siebter. Domen Prevc kam nach seinem Qualifikationssieg im Wettkampf auf 127,5 Meter und belegte mit einem Sicherheitsflug Rang neun
Für das deutsche Team verlief der Sonntag sportlich etwas positiver als der Vortag: Karl Geiger sprang auf 127,5 Meter und wurde Elfter, dicht gefolgt von Andreas Wellinger auf Rang zwölf. Ben Bayer erreichte 119,5 Meter und belegte den 25. Platz. Vortagessieger Gregor Deschwanden konnte seine Leistung aufgrund der turbulenten Bedingungen nicht wiederholen und landete mit 116,5 Metern auf Rang 38.