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„Muss nicht alles gewinnen“

16.11.2017 · 14:12

Vierschanzentournee-Titelverteidiger Kamil Stoch spricht vor dem Saisonauftakt in Wisla über seine Konkurrenten in diesem Winter, Sommer-Überflieger Dawid Kubacki und sein Arbeitsverhältnis zu seiner Frau.

Vierschanzentournee: Kamil, du hast einmal gesagt, dass du dich im Winter immer für die harte Arbeit im Sommer belohnst. Hast du diesen Sommer auch wieder nur trainiert oder konntest du auch mal abschalten?

 

Natürlich haben wir über den Sommer immer viele Trainingseinheiten. Nach dem Winter ging es sehr früh wieder los. Wir hatten vielleicht gerade einmal eine Woche Pause. Aber während den Einheiten und den Wettkämpfen gab es schon auch mal ein paar Wochen, in denen wir dann komplett frei hatten. Da konnten wir dann Zeit mit der Familie verbringen oder sogar in den Urlaub fahren.

 

In diesem Sommer stach einer deiner Teamkollegen beim Grand Prix extrem heraus. Kannst du dir vorstellen, dass Dawid Kubacki diese starke Form weiter hält und auch im Winter vorne mitspringen kann?

 

Ja natürlich! Dawid hat riesiges Potential, das er bis jetzt bloß noch nicht richtig zum Vorschein gebracht hat. Aber ich glaube, dass er noch ein großer Springer wird. Ich wünsche ihm das, denn er ist ein toller Kerl, ein super Teamkollege und ich mag ihn wirklich sehr. Ich bin davon überzeugt, dass er in diesem Sport noch viel erreichen wird.

 

Nun steht der Saisonauftakt in Wisla direkt bevor und du, Kraft, Wellinger oder Tande werden wohl als Favoriten in die Saison gehen. Wem traust du zu, in diesem Winter zu überraschen.

 

Man weiß nie, was passieren wird und wer plötzlich aus dem Nichts kommt und eine Siegesserie hinlegt. Meiner Meinung nach gibt es einige Springer, die ungefähr auf demselben Niveau springen. Aber klar, wie schon gesagt sind es schon immer die gleichen Namen wie Stefan Kraft oder Andreas Wellinger. Ich glaube auch, dass Severin Freund in wirklich guter Form zurückkehren wird. Ihm wünsche ich im Übrigen alles Gute und ich drücke ihm wirklich die Daumen. Aber auch die Prevc-Brüder und natürlich das gesamte norwegische Team muss man auf dem Zettel haben. Wie ich sagte: Es gibt viele Springer, die in der Lage sind, ganz oben zu stehen.

 

Du hast es schon erwähnt: Neben der Tournee stehen in dieser Saison mit den Olympischen Spielen und der Skiflug-WM zwei weitere große Events an. Was ist dein Highlight in diesem Winter?

 

Wie ich schon sagte: Ich will einfach so gut springen, wie ich kann und das Skispringen genießen. Das ist mein wichtigstes Ziel in diesem Winter. Dennoch will ich aber auch einer der Besten sein. Ich muss nicht unbedingt alles gewinnen. Ich will einfach nur gut springen in jedem einzelnen Sprung alles geben.

 

Wenn du dir einen aussuchen könntest. Welchen Titel würdest du wählen?

 

Keinen! (lacht) Ich finde alle drei Titel sind wichtig. Und man muss viel investieren, wenn man einen gewinnen möchte. Keiner weiß genau, was man tun muss, um die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen oder bei der Skiflug-WM zu gewinnen. Jeder dieser Titel kostet viel Energie und benötigt viel Arbeit. Man muss viel Zeit für das Training und die Reisen aufbringen. Zeit, die man nicht mit der Familie verbringen kann.

 

Zu guter Letzt noch eine Frage, die uns einer unserer Social-Media-Follower gestellt hat: Deine Frau ist deine Managerin. Wie ist es so, mit der eigenen Ehefrau zusammenzuarbeiten?

 

Ich finde das ist die perfekte Lösung für mich, denn sie ist der Mensch, dem ich am meisten vertraue. Ich weiß genau, dass sie niemals etwas tun würde, das nicht gut für mich ist. Sie kennt mich in- und auswendig und unternimmt alles, was mir weiterhilft. Deshalb ist es für mich optimal.

                                            

Danke für deine Zeit Kamil.

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