Die Tournee

"Es war wichtig, nach der Tournee wieder Kraft zu sammeln"

13.01.2017 · 10:28

Die Zimmerkollegen Stefan Kraft und Michael Hayböck ziehen im Interview Resümee über die abgelaufene Vierschanzentournee und geben einen Ausblick auf die restliche Saison.

Das wichtigste zuerst: Wie geht es euch gesundheitlich nach der Erkrankung während der Tournee? Alles wieder fit?

Kraft: Soweit geht’s uns wieder gut. Es war jetzt sehr wichtig nach der Tournee wieder Kraft zu sammeln. Die Krankheit in Kombination mit den 8 Springen in der kurzen Zeit war sehr anstrengend. Ich würde zwar nicht sagen, dass ich mich zu 100% fit fühle, aber in Wisla wird auf jeden Fall wieder angegriffen.

Hayböck: Wie Stefan schon gesagt hat, gesundheitlich geht’s uns sicherlich wieder gut, was aber noch fehlt nach der Krankheit ist die Kraft, das wird noch ein bisschen dauern. Nichtsdestotrotz möchten wir beide in Polen wieder vorne mitspringen. Dass es möglich ist, habe ich in Bischofshofen bereits gesehen.

Mit dem Auftaktsieg in Oberstdorf für Stefan und Platz 3 für Michael hat die Tournee für euch stark begonnen und zum Schluss hat Michael mit einem 2. Platz in Bischofshofen für einen erfreulichen Schluss gesorgt.  Dazwischen lief leider nicht alles nach Plan… Wie sieht euer Resumee nach der 65. Vierschanzentournee aus?

Hayböck: Ja manche Dinge kann man leider nicht planen. Der Start war richtig cool. In Oberstdorf wieder gemeinsam auf dem Podest zu stehen, das war schon was Besonderes. Garmisch-Partenkirchen lief bei mir dann nicht optimal, aber ich war dennoch durchaus zufrieden nach den ersten beiden Stationen. Was dann passiert ist, muss man wohl als Pech bezeichnen und abhaken.

Kraft: So ist es. Ich war nach dem Neujahrsspringen voll im Kampf um den Tourneesieg dabei und auch die Quali in Innsbruck verlief optimal. Der Magen-Darm-Virus hat uns beide dann leider ausgeknockt. Michi noch mehr als mich. Das ist zum einen natürlich mehr als ärgerlich, das so etwas genau in dieser Phase passiert, aber zum anderen muss man sich damit abfinden können, dass man nicht alles in der Hand hat. Ansonsten waren wir mit unseren individuellen Konzepten, die wir mit unserem systemischen Coach Patrick Murnig erarbeitet haben, voll am Weg.

Hayböck: Und auch deshalb hat es mich extrem gefreut, dass ich in Bischofshofen, obwohl ich dort wirklich noch nicht fit war, trotzdem schon wieder aufs Podium springen konnte. Das war dann doch ein versöhnlicher und cooler Abschluss. Und die Fans waren so und so wieder sensationell!

Die polnischen Springer haben mit Platz 1,3 und 4 in der Gesamtwertung einen sehr starken Eindruck hinterlassen. Im Gesamtweltcup führt aber nach wie vor der Slowene Domen Prevc, der mit der hohen Erwartungshaltung bei der Tournee nicht ganz zurecht gekommen war. Für euch beide ist mit 136 Punkten (Kraft) und 237 (Hayböck) noch alles möglich. Wo werdet ihr am Ende stehen?

Kraft: Dafür ist es noch zu früh. Man sieht, dass unsere Sportart diese Saison wieder sensibler geworden ist. Es gibt mehrere Springer, die jederzeit aufs Podium springen können und ich denke, dass es auch im Gesamtweltcup lange Zeit spannend bleiben wird. Wir werden von Springen zu Springen schauen, und dann wird man sehen, was am Ende rauskommt.

Hayböck: Da kann ich mich nur anschließen. Bei der Dichte, die es im Moment gibt, ist es kaum möglich vorherzusagen, wer am Ende ganz vorne dabei sein wird. Das lassen wir am besten einfach auf uns zukommen.

Von Ende Februar bis Anfang März steht mit der Nordischen Ski-WM in Finnland bereits das nächste große Highlight vor der Tür. Mit welchen Erwartungen fahrt ihr nach Lahti?

Hayböck: Das wird sicherlich ein Highlight in dieser Saison und natürlich wollen wir um Medaillen mitkämpfen! Aber wir wissen auch, dass dafür an dem einen Tag einfach vieles zusammenpassen muss und man auch das nötige Quäntchen Glück braucht.

Kraft: Es gibt viele, die in Lahti um die Medaillen springen wollen, aber es gibt immer nur drei zum Mitnehmen. Wir werden auf jeden Fall alles dafür tun, um an den entscheidenen Tagen topvorbereitet zu sein, dann können wir da auch mitmischen.

Ihr versteht euch sehr gut, seid im Weltcup auch Zimmerkollegen. Wie vertreibt ihr euch die freie Zeit im Hotel?

Hayböck: So viel freie Zeit im Hotel haben wir eigentlich gar nicht. Aber wenn es sich gerade mal ausgeht, dann spielen wir vielleicht mal eine Runde FIFA oder entspannen bei einer Serie, wobei die dafür ruhig spannend sein darf.

Kraft: Es kommt auch ganz darauf an, wo wir sind. Am Ruhetag der Tournee waren wir bei der Audi Driving Experience, das ist eher etwas ausgefallenes. Ab und zu ist es auch einfach eine Partie Tischtennis oder Billard.

Was sind die größten Unterscheide zwischen Stefan Kraft und Michael Hayböck?

Hayböck: Haha... gute Frage. Wir haben erst ein kleines „Beziehungsquiz“ gemacht, bei dem wir uns schon ziemlich einig waren. Den ein oder anderen Unterschied konnten wir dabei aber schon feststellen.

Kraft: Wir sind uns glaube ich tatsächlich in vielen Dingen ähnlich. Der größte Unterschied ist aber sicherlich, dass er dem FC Barcelona die Daumen drückt. Dafür hab ich als eingefleischter Bayern Fan wenig Verständnis ;-)

(Beziehungsquiz  Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Insgesamt macht das ganze österreichische Team, inkl. Trainerstab einen sehr geschlossenen Eindruck. Wie wichtig ist die gute Stimmung im Team auch für die Leistungen jedes einzelnen?

Kraft: Es macht einen großen Unterschied, ob man eine gute Stimmung im Team hat oder nicht. Wir lachen gerade viel zusammen und haben einfach Spaß an dem, was wir tun. Das hilft sehr!

Hayböck: Absolut! Die Stimmung ist zur Zeit richtig gut. Dass Heinz gerade am Beginn der Vorbereitung vermehrt die Trainingsgruppen gemeinsam hat trainieren lassen, ist sicherlich ein Grund dafür. Man hilft sich, man pusht sich gegenseitig, man hat gemeinsam Spaß. Da geht einem manches leichter von der Hand.

Für das Springen in Wisla steht auch Gregor Schlierenzauer nach langer Pause (376 Tage) erstmals wieder im Teamkader. Was bedeutet sein Comeback für euch beide und das österreichische Team im gesamten und was traut ihr ihm zu?

Hayböck: Gregor muss man alles zutrauen. Er ist immer noch der erfolgreichste Skispringer aller Zeiten, von daher bin ich mir sicher, dass er wieder gut mitspringen wird. Wir freuen uns auf jeden Fall, dass er wieder dabei ist.

Kraft: Jemand wie Gregor, mit seiner Erfahrung und seinem Können, tut jedem Team gut und ich bin schon gespannt, wie es für ihn in Wisla laufen wird und hoffe, dass er gleich wieder gut reinstarten kann.

Was sind eure Wünsche für die nächste Tournee?

Kraft: Oh, das ist noch lange hin. Jetzt konzentrieren wir uns erstmal auf die laufende Saison, da gibt es noch viel zu tun und mit der WM steht uns noch ein absolutes Highlight bevor.

Hayböck: Da kann mich Stefan nur anschließen, aber so viel sei gesagt: bei der Tournee will man immer vorne mitspringen.



Wir danken euch für die Zeit!

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